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14 de Abril 2015

Schüleraustausch 2014/2015

Brandenburger Tor in Berlin

Es ist beinahe nicht zu glauben, dass  wir schon wieder zurück sind! Wir haben das Gefühl, dass es erst vor ein paar Tagen war, dass wir uns während eines Spazierganges über die große kommende Reise unterhielten, ohne richtig fassen zu können, dass wir in so kurzer Zeit die längste Reise unseres bisherigen Lebens machen würden. Alles ist Vorbereitungen, Kofferpacken und Reisefieber am Montag, den 22. Dezember 2014. Es ist beinahe unmöglich, sich bei 36 °C tiefen Schnee, Handschuhe und Wollmützen vorzustellen. Immer wieder fällt uns etwas ein, was in den Reisekoffern noch fehlt, ganz zu schweigen von unseren Eltern, die ihre Sorgen mit Ermahnungen und Ratschlägen betäuben.

Viel zu früh sind wir am Flughafen von Ezeiza, bloss nicht zu spät kommen, man weiß nie, was auf dem Weg dahin passieren kann! Und schon ist die Stunde der Wahrheit gekommen: wir müssen uns verabschieden und ganz allein auf unseren eigenen Füßen stehen. Für einige ist es das erste Mal, dass sie fliegen, und Flugangst ist ansteckend! Aber der Flug ist sehr angenehm und vergeht ohne Zwischenfälle.

Am 23.12 stehen wir schon auf deutschem Boden und werden von unseren Gastfamilien empfangen, von den Menschen, die für die nächsten zwei Monate unsere Familie sein werden, an die wir uns, und die sich an uns anpassen müssen. Zuerst sind alle etwas befangen. Wie grüßt man sich eigentlich in Deutschland? Werde ich sie verstehen? Werden sie mich verstehen? Aber schnell vergessen wir unsere Sorgen und fühlen wir uns freundlich im Familienkreis aufgenommen. Wer hat behauptet, die Deutschen seien kühl und distanziert? Natürlich verleben wir Weihnachten und Neujahr mit unseren Gastfamilien und lernen Gebräuche und Traditionen kennen, die uns bisher unbekannt waren und auch von Ort zu Ort verschieden sind. Wir können uns gut anpassen und genießen die Feiertage, und wenn man doch etwas Heimweh hat, gibt es zum Glück Skype, Telefon, Whatsapp, usw.

Jeden Tag erleben wir etwas Neues und lernen dazu. Auch in der Schule gewöhnen sich unsere Mitschüler nach und nach an die Anwesenheit der Argentinier in der Klasse. Und nach und nach überwinden wir unsere sprachlichen und fachlichen Hemmungen und nehmen aktiv am Unterricht teil. Natürlich geht nicht immer alles glatt und manchmal liegen wir total daneben, aber wenn man alles wüßte, bräuchte man ja nichts zu lernen. Und nicht nur in der Schule: an das spanische Schachbrettmuster der Städte gewöhnt, verirren wir uns rettungslos in den gewundenen Gässchen der wunderschönen Altstadt Ravensburgs und finden nur nach etlichen Befragungen den uns als Richtungsmerkmal bekannten Turm am Obertor. Alles ist schön, und wird schön erhalten und gepflegt. Unsere Gastfamilien  zeigen uns herrliche Schlösser wie Neuschwanstein, uralte Klöster, das Ulmer Münster, die Stadt Heidelberg, und unzählige Sehenswürdigkeiten mehr. Auch das Muss in den Alpen: Skilaufen!  Aber ich kann doch nicht Skilaufen... Nach etlichen Stürzen und einigen blauen Flecken geht es dann einigermaßen, und macht riesigen Spaß.

Aber nicht nur mit unseren Gastfamilien verbringen wir die Zeit. Auch mit unseren argentinischen Schulkameraden treffen wir uns zu zwei „Klassenfahrten“: nach Berlin, um nicht nur die Hauptstadt sondern auch das Kulturangebot Deutschlands kennenzulernen, und in fünf Universitätsstädte, um die süddeutschen Universitäten kennenzulernen. Wir sammeln tagsüber viel hilfreiche Information über das Studienangebot in Deutschland, und schaffen es abends, noch ein wenig durch Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen und Nürnberg zu streifen. Die Woche in Berlin ist viel zu kurz, um wenigstens die bekanntesten Plätze zu sehen, und abends geht es entweder ins Theater oder in die Disco. Die Zugfahrt zurück zu unseren Gastfamilien zeichnet sich durch gleichmäßiges Schnarchen der gesamten Mannschaft aus. Zum Glück wird in deutschen Zügen kein Gepäck geklaut...

Schon sind wir sechs Wochen in Deutschland, in denen wir uns eingelebt, Vertrauen in uns selber gewonnen, und dicke Freundschaften geschlossen haben. Andenken, Mitbringsel und Schokolade haben sich zu bedrohlichen Bergen angesammelt, und vieles, was zuerst neu, beeindruckend, fremd und vielleicht sogar bedrohlich war ist nun vertraut, sogar anheimelnd. Wenn man zuerst versucht hat, Vergleiche zwischen Argentinien und Deutschland zu ziehen, merkt man jetzt, dass das so wenig Sinn macht,  wie zwei verschiedene Persönlichkeiten zu vergleichen. Jedes Land hat seine Sonnen- und Schattenseiten, und beides ist uns jetzt ein bisschen Heimat.

Es ist schon unheimlich, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man so viel Neues erlebt. Schon rückt ein neuer Abschied näher, diesmal von unseren Gastfamilien und unserer „Adoptivheimat“. Nach vielen vergeblichen Versuchen ist alles in die Koffer gestopft, und wir kommen ein letztes Mal von der Schule „nach Hause“, wo wir viele frohe Stunden verbracht, und viel gelacht und erzählt haben. Unsere Gastfamilien bringen uns zum Flughafen in Friedrichshafen, da wo Graf Zeppelin seine Luftschiffe gebaut hat. Keiner von uns kann die Tränen zurückhalten, weder wir noch „nuestros Alemanes“. Und nach vielen Umarmungen und „wir werden dich vermissen“ geht es wieder zurück nach Buenos Aires, diesmal schon viel routinierter, mit einem ganzen Sack von Erfahrungen und Kenntnissen, ein gutes Stück reifer und an wundervollen Freundschaften reicher. In Buenos Aires fallen wir unseren Familien in die Arme und erzählen über Wochen hinweg unsere Erlebnisse und Anekdoten. Schnell finden wir wieder in die vertraute Routine, aber wir haben uns verändert, und werden unsere schöne Zeit in Deutschland nie vergessen. Wir kommen wieder!

                                                            Sonia Kress und Florencia Cubero

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